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Hetzjagd auf Raucher, warum nicht auf Säufer?

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zigarettenAb 1. Juli 2010 wurde die Hetzjagd auf Raucher eröffnet. Strafen von 20,- € bis zu 1.000,- € für Raucher die an Orten (z.B. in Lokalen) rauchen an denen nicht geraucht werden darf. Wirte trifft es noch härter, nicht nur, daß viele mit dem Überleben zu kämpfen haben, drohen Strafen von bis zu 2.000,- € im Wiederholungsfalle sogar bis zu 10.000,- € aber wer straft die Besoffenen?

Stellt sich die berechtigte Frage: wann wird endlich auch eine mindestens gleichartige Kampagne gegen Alkohol gestartet? Wann steht auf den Etiketten der Bier- und Weinflaschen auch "Der Genuss dieses Getränkt kann ihr Leben, und das Leben Unschuldiger kosten" ?

Wenn ich Nichtraucher bin, dann kann ich ja das Lokal aussuchen, aber wer schützt mich vor den Alkofahrern? wer schützt unsere Kinder vor dem Gruppenzwang des Alkoholkonsums bei allen möglichen Gelegeheiten? Wer schützt mich vor den Besoffenen? alleine ich kann mich schützen, indem ich das Lokal verlasse, aber auf der Strasse? soll ich jetzt daheimbleiben? Warum also zweierlei Maß, verschiedene Behandlung?

 

Schulanfang war gerade, wie jedes Jahr werden bald nach Parties und Feiern auch heuer wieder viele Minderjährige nach exzessivem Alkoholkonsum in der Klinik landen, verzweifelte Eltern um ihre Kinder bangen. Aber - Alkohol ist salonreif, zum Fussball gehört die Kiste Bier (schließlich finanzieren die Brauereien ja den Sport), und wer sich besäuft ist ein Held, je mehr vertragen wird umso toller. Muss das sein?

Da wird uns eingeredet alleine der Genuss von Zigaretten ist schädlich, der von Alkohol nicht? Der Volkswirtschaftliche Schaden sei einfach durch Zigaretten enorm, der von Alkohol nicht? Wo liegt die Wahrheit? Ist es nicht so, dass einfach tausende von Weinbauern aufmarschieren würden, würde man ihre hübschen Etiketten mit einem Aufdruck "verschandeln"? oder das Millionen nicht in Sportsponsoring (soll man besser sagen: Gewissensberuhigung?) fließen würden, wenn das gleiche mit den Etiketten der Bierflaschen passieren würde?

Na klar, die Handvoll Tabakbauern könnten ihre Demo bei einem Stammtisch machen, warum stellen sich die Wirte nicht geschlossen gegen das unsinnige Gesetz? Wenn schon Rauchverbot, dann auch endlich gleiche restriktive Maßnahmen gegen Alkohol, Missbrauch von Alkohol, egal ob da riesige Lobbys und Firmen dagegen stehen.

Alleine wenn man bedenkt, das selbsternannte Rauchersheriffs sich schon Prügeleien (mit Polizeieinsatz) lieferten, muss es doch bedenklich sein, wenn hier schon von der Politik gleichzeitig festgelegt wird, daß zwar Anzeigen nachgegangen wird, aber aktive Kontrollen nicht stattfinden, weil die Polizei eh schon überlastet ist. So ist also nicht nur eine Anzeigenflut, sondern gleich auch noch eine Flut an Denunzierungen zu erwarten. Raucher werden damit auch zum Teil kriminalisiert.

Vielleicht wäre ein Gesetz gegen Werbung für Bier und Wien sinnvoller? Bei der Formel 1 hat man ja seinerzeit auch die Zigarettenwerbungen verboten, naja, dafür besaufen sich jetzt alle indem sie Kistenweise Bier konsumieren, das nennt man dann den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Dummerweise hat Alkohol eine riesige Lobby, niemand traut sich es sich mit dieser Millionenschweren Lobby, tausenden von Weinbauern und den großen Brauereien anzulegen.

Fakten

Grundlegend bleibt die Exekution der Rauchverbote weiter den Bezirken und damit den Landesregierungen überlassen. Die Landeshauptleute können ihre Behörden dem Erlass entsprechend Anweisungen erteilen - zum Beispiel Mindeststrafen verlautbaren - und so für eine Durchsetzung des Gesetzes sorgen, die Verantwortung und Entscheidung diesbezüglich bleibe aber bei ihnen.

Noch vor dem Ende der Übergangsfrist für Rauchverbote in Lokalen mit 1. Juli hat Gesundheitsminister einen Erlass mit einer Anleitung für Strafen an die Landeshauptleute verschickt. Darin vorgesehen ist künftig eine Berichterstattung an den Minister, wenn ein Verfahren ohne Verhängung einer Strafe beendet wird. Ob eine Anzeige aber überhaupt zur Einleitung eines Verfahrens reicht, entscheiden weiterhin die Bezirke oder der Magistrat.

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