Vismut abgebrannt

Presseaussendung der Sicherheitsdirektion Vorarlberg
Am 1.10.2010 gegen 05:30 Uhr geriet in Dornbirn, Schlachthausstraße 11 ein Müll-Container neben einem Holzschuppen an einem Gebäude in Brand. Der Brand weitete sich in weiterer Folge auf den Holzschuppen und weiter auf das Dach des Gebäudes aus. Dabei geriet auch ein neben dem Müllplatz abgestelltes Schlauchboot in Brand. In dem Gebäude ist die Institution der "Offenen Jugendarbeit" der Stadt Dornbirn untergebracht, wie auch der Jugendtreff ?Vismut?. Die Feuerwehr Dornbirn war zur Brandbekämpfung ausgerückt und konnte das Feuer unter Kontrolle bringen. Die Brandursache ist unbekannt. Fremdverschulden wird nicht ausgeschlossen. Es entstand erheblicher Sachschaden. Die genaue Schadenshöhe ist noch unbekannt. Die Erhebungen sind noch im Gange. (PI Dornbirn, Tel. 059133/8140100) und hier einiges zur Geschichte der wirklich engagierten Jugendarbeit in Vorarlberg bei der das VISMUT eine wichtige Rolle spielte und hoffentlich bald wieder spielen wird.
Wir halten euch auf dem Laufenden!
Den Text dazu haben wir von Dornbirn Online übernommen die hervorragend recherchiert hat!
Neue Dornbirner Jugendstudie Lob für vergangene Erfolge und wichtige Anregungen für die Zukunft Dornbirn war eine der ersten Gemeinden in Vorarlberg, die im Jahr 1992 eine konkrete Rahmenplanung zur Weiterentwicklung der offenen und verbandlichen Jugendarbeit beschlossen haben. Seither wurden zahlreiche Projekte für Dornbirner Jugendliche umgesetzt: Neues Jugendhaus in der Schlachthausstraße, Ausbau der Proberäume für engagierte und talentierte Jungmusiker/innen, Förderung der offenen und verbandlichen Jugendarbeit, Entwicklung von Jugendbeteiligungsmodellen wie das Klassensprechertreffen, Arbeits- und Beschäftigungsprojekte für langzeitarbeitslose Jugendliche, Skaterhalle im Messegelände, Gründung des Stadtjugendbeirates, freie Sportangebote, Erweiterung des „aha“ Jugendinformationszentrums, Jugendinfokalender, ein Jugendzeltlagerplatz auf dem Zanzenberg, das Jugend- und Sportheim im Ebnit und und und.
Im vergangenen Jahr wurde unter Einbeziehung von Jugendlichen, ehren- und hauptamtlichen Leitern von Dornbirner Jugendorganisationen und dem Jugendausschuss eine neue Jugendstudie erstellt. Die Stadt Dornbirn beauftragte das Österr. Institut für Jugendforschung mit der wissenschaftlichen Begleitung. Wichtige Grundlagen für diese Jugendstudie war eine aktive Jugendbefragung von 121 Jugendlichen, Hearings mit Jugendexperten aus Politik, Verwaltung, Jugendarbeit, Jugendsport, den Dornbirner KlassensprecherInnen und Migrantengruppen.
Musik hören und Action mit Freunden ist top!
In der Jugendbefragung wurden die 13- bis 18-jährigen Mädchen und Burschen nach der Häufigkeit bestimmter Freizeitaktivitäten gefragt. Sie wählten von 26 vorgegebenen Freizeit-möglichkeiten aus einer Skalenbewertung mit 4 Kategorien aus und nannten "Musik hören" (65 %) mit Abstand am häufigsten, gefolgt von "mit Freundinnen und Freunden etwas unternehmen" (52 %) und "Telefonieren" (48 %). Diese Daten überraschen nicht, da dies auch viele andere Jugenduntersuchungen im deutschsprachigen Raum zeigen. Sport spielt bei Dornbirner Jugendlichen eine große Rolle Wie die Daten zeigen, sind Dornbirner Mädchen und Burschen auch sehr sportlich unterwegs: Herkömmliche Freizeitsportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Fußballspielen haben nach wie vor einen wichtigen Stellenwert für Heranwachsende, aber gleichzeitig gewinnen auch die Erlebnis- und Funsportarten wie Snowboarden oder Volleyball an Bedeutung. Funsports erfreuen sich in den letzten Jahren sowohl bei Mädchen als auch bei Burschen großer Beliebtheit und haben sich auch teilweise etabliert. In den Wünschen der Jugendlichen wird dieser Trend recht deutlich. Denn Erlebnissport ist mehr als reine sportliche Betätigung, es ist die Kombination von Bewegung und Lifestyle und spricht beide Geschlechter an.
Dornbirner Freizeiteinrichtungen sind bei den Jugendlichen bekannt und werden auch genutzt! Bei der Frage nach Freizeiteinrichtungen ist es nicht überraschend, dass sowohl das Freibad "Waldbad Enz", das "stadtbad" und die Junge Halle bei fast allen befragten Jugendlichen bekannt ist. Erstaunlich ist der hohe Bekanntheitsgrad bei den Jugendeinrichtungen wie "Vismut" (91 %) und "aha" (82 %). Der Jugendzeltlagerplatz „Eurocamp“ auf dem Zanzenberg (17 %) ist im Verhältnis dazu bei den Jugendlichen relativ unbekannt. Bei der Frage nach Nutzung gibt es ein deutliches Altersgefälle: "Vismut", das "stadtbad" und die "Arena" werden überwiegend von den 13- bis 14-Jährigen aufgesucht; der Jugendtreff Hatlerdorf, das "aha" und der Spielboden vor allem von den 17- bis 18-Jährigen.
Aktive Dornbirner
Jugendliche Die Kids wurden auch nach ihren Aktivitäten in Verbänden und Vereinen gefragt: Dabei stehen die Sportvereine (47 %) an der Spitze, gefolgt von Musikvereinen (33 %), den „klassischen Jugendverbänden“ wie z. B. Alpenverein, PfadfinderInnen oder die Kath. Jugend/Junschar und dem Verein Offene Jugendarbeit Dornbirn. Kulturvereine (9 %), Jugendbeteiligung (7 %), politische Organisationen (6%), Schülerorganisationen (5%) und neue Jugendinitiativen (2%) vervollständigen diese Liste. Besonders hervorzuheben ist, dass 25 % der befragten Jugendlichen angegeben haben, aktiv in einer verbandlichen Jugendorganisation und 13 % aktiv in der offenen Jugendarbeit mitzuwirken.
Ähnliche Studien im deutschsprachigen Raum vermerken hierzu ein deutlich geringeres Engagement der Jugendlichen (3 – 7 %). Jugendliche wollen sich engagieren! Schließlich wurde auch nach den Bedingungen gefragt, die für ein Engagement in Organisationen bzw. Vereinen wichtig wären. Die drei wichtigsten Voraussetzungen sind für die befragten 14- bis 25-Jährigen vor allem Spaß, Mitbestimmung und neue Freunde kennen lernen. Die Faktoren „wichtig für die Gesellschaft“ und „Geld verdienen“ stehen unten im Ranking und werden als am wenigsten wichtig eingeschätzt. Für Mädchen und junge Frauen ist vor allem der Spaß-Faktor besonders wichtig, es muss ihnen etwas bringen und Freundinnen und Freunde müssen mitmachen. Aber auch die Themen und Inhalte müssen stimmen. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlen sich beim Thema „Menschenrechte“ angesprochen; besonders häufig werden auch noch die Themen illegale Drogen und Gleichberechtigung (40 %) genannt.
Mädchen fühlen sich stärker benachteiligt, Burschen überwiegend bevorzugt ... Mädchen und Burschen wurden auch danach gefragt, inwieweit sie sich im Verhältnis zum anderen Geschlecht in den Bereichen Familie, Freizeit und Gesellschaft bevorzugt, benachteiligt oder keines von beiden fühlen. In der Summe der Ergebnisse kann man den Schluss ziehen, dass sich die Burschen in einem ähnlichen Prozentsatz bevorzugt fühlen als die Mädchen benachteiligt. In der Familie, Freizeit und in der Gesellschaft werden die geschlechtsspezifischen Benachteiligungen von Mädchen deutlich wahrgenommen. Umgekehrt geben auch die Burschen an, dass sie sich in den erwähnten Bereichen eher bevorzugt fühlen als die weiblichen Jugendlichen.
Die Schule ist der einzige Ort, an dem sich die Burschen deutlich benachteiligt fühlen und Mädchen sich eher bevorzugt als benachteiligt wahrnehmen. In den Jugendtreffs scheint am ehesten möglich zu sein, dass sowohl Mädchen als auch Burschen sich gleichberechtigt fühlen: Etwa 80 % der befragten Jugendlichen nehmen weder eine Bevorzugung noch eine Benachteiligung der Geschlechter wahr. Hohe Lebenszufriedenheit und Werte Die befragten Mädchen und Burschen sind mit ihrer momentanen persönlichen Lebenssituation überwiegend zufrieden.
Familie, Freunde/Freundinnen sowie die Wohnsituation sind jene Faktoren, mit denen sie am meisten zufrieden sind. Am unzufriedensten sind sie mit ihrer Partnerschaft (fixe/r Freund/Freundin). Fragt man Jugendliche danach, was zu ihrem ganz persönlichen Lebensglück gehört, werden Freunde und Freundinnen, die Familie sowie ein Partner / eine Partnerin am häufigsten genannt. Das überrascht nicht, obwohl in der Öffentlichkeit oft ein anderes Bild von Jugendlichen gezeigt wird (Konsum, Besitz, Gewalt ...). Gute Beziehungen (ein sozialer Kontext) sind ganz zentral für das persönliche Lebensglück, aber auch Gesundheit, ein guter Job und/oder Ausbildung, Erfolg in der Schule und natürlich auch Geld. Weiters werden Liebe, Zufriedenheit, Spaß und Freude genannt.
Die Wertepräferenzen der Dornbirner Jugendlichen zeigen zugleich auf Tendenzen der stärkeren Individualisierung aber auch der Traditionsbindung. Mädchen sind generell besorgter als ihre männlichen Kollegen - insbesondere bei den Themen „arbeitslos zu sein“ und „keine zukunftsorientierte Ausbildungsmöglichkeit“. „Der Versuch“ einer Zusammenfassung: · Grundtenor: Die Jugendlichen fühlen sich in Dornbirn wohl und sind mit den Angeboten der Stadt Dornbirn weitgehend zufrieden. · hohe Lebenszufriedenheit mit ihrer persönlichen Lebenssituation bei den befragten Mädchen und Burschen · Es hat sich eine sehr gute Infrastruktur für eine vielfältige Jugendarbeit entwickelt. · außergewöhnlich hohes Engagement der Dornbirner Jugendlichen in der verbandlichen und offenen Jugendarbeit · Vorhandene Freizeiteinrichtungen sind bekannt und werden auch genutzt.
Die Unterschiede zwischen „Mädchen“ und „Burschen“ werden von diesen sehr stark wahrgenommen. Angesprochen waren hiebei die Themen: 1. Familie: Ausgehen, Geschwisterbetreuung, Erziehung und Hausarbeit 2. Freizeit: Im Jugendzentrum bzw. –club, sportliche Angebote, öffentl. Akzeptanz und Freizeitangebote 3. Gesellschaft: öffentl. Anmache, ernst genommen, Mitsprache, Arbeit und Schule · Erfreulicherweise fühlen sich 80 % der befragten männlichen und weiblichen Jugendlichen in den Jugendtreffs „Vismut“ und „Arena“ gleichberechtigt.
Einige Verbesserungspotenziale
Dezentralisierung von Jugendtreffs und –freizeitangeboten Die Schaffung von zusätzlichen Räumen für Jugendliche wie z. B. zentrales Jugendcafé in der Innenstadt, Jugendclubräume für verschiedene Cliquen, Öffnung der Sportanlagen in den Schulen auch am Wochenende sind ein wesentlicher Bestandteil der Vorschläge im Maßnahmenkatalog. · Geschlechtssensible Jungen- und Mädchenarbeit Der Maßnahmenkatalog erhält dazu eine ganze Reihe von Beispielen zur gezielten Förderung: Beispielsweise wird angeregt, die Vernetzung aller Aktivitäten in diesem Bereich einer geschlechtssensiblen Jugendarbeit und die Implementierung dieses Ansatzes in bestehende Jugendorganisationen. · Ausdehnung des Angebotes Öffentlicher Verkehrsmittel Die öffentlichen Verkehrsmittel haben für Dornbirner Jugendliche eine besondere Bedeutung. Vier von fünf Jugendlichen sind damit in ihrer Freizeit regelmäßig unterwegs.
Dabei wird ein jugendfreundliches Verkehrskonzept angeregt: Vor allem an Wochenenden und spätabends ist die Nutzung der Stadtbusse nur eingeschränkt bis gar nicht möglich, außerdem wird eine günstigere Preisstruktur für Jugendliche angeregt. · Interkulturelle Jugendarbeit Obwohl zugegebenermaßen einige Aktivitäten im interkulturellen Bereich Vorbildwirkung für andere Gemeinden haben, bedarf es einer gezielten Antirassismusarbeit in schulischen und außerschulischen Einrichtungen.
Ausgehend von ihrer spezifischen Situation ist ein vielfältiges Angebot notwendig, um die Jugendlichen zu unterstützen, im Spannungsfeld zweier Kulturen ihren Weg zu finden. · Entwicklung der Jugendbeteiligungsprojekte Jugendbeteiligung ist eine zentrale wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren. Dafür wurden bereits gute Rahmenbedingungen geschaffen. Es gilt für die nächsten Jahre, diese kontinuierlich weiterzuentwicklen und auszubauen.
Quelle Fotos Fan Gruppe Facebook
Quelle Text Presseaussendung Sicherheitsdirektion Vlbg
Quelle Text Jugendarbeit 2010 mit freundlicher Genemigung Dornbirn Online
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